Siegen-Wittgenstein/Olpe. Brot aus südwestfälischen Bäckereien gehören zum Besten in ganz Deutschland. Dies ist das Ergebnis einer unabhängigen, anonymen Brotprüfung, zu der die Bäckerinnung Westfalen-Süd ihre Mitgliedsbetriebe einlud. „Wieder einmal haben wir ein sehr gutes Ergebnis erzielt“, sagte Innungsobermeister Michael Stötzel.

Das habe der staatlich anerkannte Prüfer Karl-Ernst Schmalz festgestellt. An zwei Tagen prüfte der Sachverständige des Institutes für die Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack) nach einem genau festgelegten System insgesamt 98 Proben. Unter den kritischen Augen zahlreicher Besucher im Foyer der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg beurteilte er die Brote nach Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie Geruch und Geschmack. Schon während der Prüfung freute sich der Experte: „Das wird ein sehr gutes Ergebnis.“

Bei der Beurteilung nach Geruch und Geschmack darf sich der Prüfer nicht von persönlichen Vorlieben für die eine oder andere Brotsorte leiten lassen. Bei der Vielzahl der sehr unterschiedlichen Brotsorten ist deshalb ein hohes Maß an Objektivität gefragt.Das Bäckerhandwerk sei ein anspruchsvolles Handwerk für anspruchsvolle Kunden, erklärt Obermeister Michael Stötzel. „Die Kunden erwarten Premium-Produkte von ihrem Bäcker.“ Um die hohe Qualität handwerklich hergestellter Backwaren sichern und ausbauen zu können, biete die Bäckerinnung Westfalen-Süd die neutrale Qualitätsprüfung an. Diese freiwillige Selbstkontrolle rief der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks schon vor mehr als 40 Jahren ins Leben. Bei der Untersuchung der Proben zeigt eine spezielle Software mögliche Ursachen von Qualitätsmängeln an und ermöglicht es so dem jeweiligen Bäcker, seine Waren verbessern. So finden nach den Prüfungen Beratungen statt, die den Betrieben Auskunft über Entstehung und Vermeidung möglicher Qualitätsmängel geben.

In den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe gab es allerdings fast nur gute oder sehr gute Noten. Michael Stötzel: „Gegenüber dem Vorjahr konnten wir eine Verbesserung der Ergebnisse erreichen.“ 43,9 Prozent erhielten die Note „sehr gut“, und 37,8 Prozent die Note „gut“. Als „zufriedenstellend“ wurden 16,3 Prozent beurteilt, und lediglich zwei Prozent stufte der Prüfer als „verbesserungsbedürftig“ ein. „Das insgesamt hervorragende Ergebnis zeigt, dass sich die einzelnen Kollegen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wieder einmal verstärkt eingesetzt haben, um die schon hohe Qualität nochmals zu verbessern.“ Auch der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, Jürgen Haßler, hob den großen Wert der freiwilligen Selbstkontrolle und die hervorragenden Ergebnisse der aktuellen Prüfung hervor.In Olpe wurden folgende Betriebe mit „Gold“ ausgezeichnet: Bernhard Maiworm (Drolshagen), Andreas Zinke (Olpe), Bäckerei Hesse GmbH & Co. KG (Kirchhundem), Volker Poggel (Kirchhundem), Landbäckerei Sängermann (Olpe), Sondermann GmbH & Co. KG (Drolshagen), Volker Lennemann (Finnentrop) sowie Wilhelm Voßhagen (Drolshagen). Die Bäckerei Junge GmbH (Wenden) erzielte Silber wie ebenfalls die Bäckereien Maiworm, Hesse, Poggel, Sangermann, Sondermann, Lennemann und Voßhagen. Die Bäckermeister erhielten ihre Urkunden aus den Händen des stellvertretenden Kreishandwerksmeisters Tonis Löhr und Michael Stötzels.

In der Geschäftsstelle Siegen der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd zeichnete Geschäftsführer Jürgen Haßler jeweils mit Gold und Silber die Bäckereien Klein (Siegen-Weidenau), Ernst-Alfred Vitt (Wilnsdorf), Gehonfranzes Backhaus Stötzel (Netphen), Martinus Eling (Netphen), Hans-Jörg Pietschmann (Hilchenbach), Hermann Scheuer (Bad Laasphe), Hans-Otto Klinker (Bad Berleburg) und die Bäckerei Schwan (Bad Berleburg) aus. Außerdem erhielten die Großbäckerei Robert Koch (Siegen) und das Bad Berleburger Café Wahl „Silber“.

Wegen des inzwischen sehr hohen Qualitätsniveaus hob das deutsche Bäckerhandwerk die Benotungskriterien vor wenigen Jahren noch einmal an. Obermeister Michael Stötzel: „Vieles, was vor einigen Jahren noch als sehr gut beurteilt wurde, ist nunmehr gut. Denn für die sehr gute Note ist mittlerweile die volle Punktzahl erforderlich.“

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Erfolgreiche Teilnehmer aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein und ihre wohlverdienten Urkunden.

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Alle Brote wurden von dem staatlich anerkannten Prüfer Karl-Ernst Schmalz begutachtet.

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Voller Stolz präsentieren die prämierten Betriebe aus dem Kreis Olpe ihre Urkunden.