Positive Marktentwicklung im Bäckerhandwerk – Fachkräftemangel problematisch

Olpe-Oberveischede. Bei der Mitgliederversammlung der Bäckerinnung Westfalen-Süd standen in diesem Jahr gleich mehrere besondere Programmpunkte auf der Agenda: Neben der Stollenauszeichnung gehörte dazu vor allem die Verabschiedung von Reinhard Hesse aus dem Vorstand und die Verleihung der Goldenen Ehrennadel an den Bäckermeister.

„Die Kauflaune ist ganz gut und unser Image ist auch recht positiv. Problematisch sind derzeit die Lohnkostenentwicklung, die Steigerung der Kosten für Rohstoffe und Energie und besonders der Fachkräftemangel. Was die Kosten betrifft, müssen wir unsere Kalkulationen prüfen und anpassen. Das ist zwar unbequem aber wichtig“, resümiert Obermeister Georg Sangermann die aktuelle Marktentwicklung im Bäckerhandwerk.

Im Rahmen der Innungsversammlung standen auch die Wahlen des Vorstandes auf dem Programm. Bäckermeister Reinhard Hesse aus Welschen Ennest wurde als Beisitzer aus dem Vorstand der Bäckerinnung verabschiedet. Nach jahrzehntelanger Vorstandsarbeit und einigen Jahren auch als Obermeister wurde ihm die goldene Ehrennadel für hervorragende Verdienste im Handwerk von Reiner Gerhard, Vizepräsident der Handwerkskammer Südwestfalen verliehen.

„Heute ist ein besonderer Tag. Das Handwerk ist dynamisch und man muss immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Im Rahmen der Digitalisierung ändert sich die Betriebsorganisation und auch die Konkurrenz ist groß. Bei all dem ist ein Ehrenamt nicht leicht. Du aber bist ein Handwerker, bei dem der Mensch immer im Mittelpunkt des Handelns steht. Du hast dich immer erfolgreich und mit Augenmaß für das geschmackvolle unter den Gewerken eingesetzt“, lobt Reiner Gerhard.


Reiner Gerhard (Vizepräsident der HWK Südwestfalen) und Obermeister Georg Sangermann danken Reinhard Hesse für sein jahrzehntelanges vorbildliches Engagement.

„Ehrenamt und unternehmerischer Erfolg schließt sich nicht aus“

Auch Obermeister Georg Sangermann richtet persönliche Worte an Reinhard Hesse: „Im Namen der Innung möchte ich Danke sagen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass du das Bäckerhandwerk jahrzehntelang geprägt hast. Mit deiner Begeisterung für unser Handwerk hast du die Menschen angesteckt. Du bist ein Paradebeispiel dafür, dass sich Ehrenamt und unternehmerischer Erfolg nicht ausschließt.“ Hesse habe sich stets kompetent, ehrlich und kritisch eingebracht. „Mit Ü70 ist es nun absolut an der Zeit, dass man einen Haken schlägt und den Weg für Jüngere freimacht“, so Reinhard Hesse, der selber schon in jungen Jahren von seinem Vater an die Innung herangeführt wurde. „Ich habe mich sehr gerne für unser wunderschönes Handwerk eingesetzt“, so der Senior abschließend.

Neuer Vorstand der Bäckerinnung Westfalen-Süd

Zum neuen Vorstand der Bäckerinnung Westfalen-Süd wurden gewählt: Georg Sangermann als Obermeister, Wilhelm Voßhagen (stv. Obermeister), Dennis Klein als Lehrlingswart, Andreas Wahl (stv. Lehrlingswart), Simone Hellmann und als neues Vorstandsmitglied Steffen Maiworm aus Drolshagen. Der 41-jährige Familienvater hat vor zwei Jahren in 5. Generation die 123 Jahre alte Traditionsbackstube der „Landbäckerei Maiworm“ in Eichenermühle übernommen. Als beratendes Mitglied unterstützt fortan auch Philipp Schneider aus Netphen-Dreis-Tiefenbach das Vorstandsteam.

Der gutgelaunte neue Vorstand der Bäckerinnung Westfalen-Süd: (v.l.) .): Stv. Obermeister Wilhelm Voßhagen, beratendes Mitglied Philipp Schneider, Obermeister Georg Sangermann, Simone Hellmann, Lehrlingswart Dennis Klein, Steffen Maiworm und Andreas Wahl (stv. Lehrlingswart).

 

Ein Vortrag von Michael Bartilla, Geschäftsführer des Bäckerinnungsverbandes Westfalen-Lippe aus Bochum zu „Aktuelles aus der Bäcker-Szene“ rundete die Innungsversammlung im Landhotel Sangermann ab.

Bartilla berichtete unter anderem von der Modernisierung der 1. Deutschen Bäckerfachschule in Olpe, von der Neuaufteilung der Beitragskosten für die Imagewerbung im Bäckerhandwerk und von der Einführung einer 2. Woche zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU). „Das ist auch eine Wertschätzung für junge Menschen. Und die müssen Bock drauf haben, im Bäckerhandwerk zu arbeiten“, so Bartilla.

 

Text und Fotos: Rebecca Dalhoff