Genuss auf hohem Qualitätsniveau zu bieten, ist für die Mitglieder der Bäckerinnung Westfalen-Süd auch in der derzeitigen Corona-Pandemie wichtig. Deshalb fand die beliebte Stollenprüfung, die normalerweise ein richtiger Besuchermagnet auf dem Attendorner Martinimarkt ist, auch in diesem Jahr statt: In der ersten deutschen Bäckerfachschule in Olpe testete der unabhängige Qualitätsprüfer Karl-Ernst Schmalz vom Deutschen Brotinstitut e.V. unter Ausschluss der Öffentlichkeit insgesamt 45 Stollen, die aus 15 verschiedenen Innungsbetrieben eingereicht worden sind.

Genuss für gemütliche Stunden zuhause

Während in vielen Haushalten zur Weihnachtszeit Plätzchen gebacken werden, wagen sich nur die Wenigsten an einen Stollen. Kein Wunder: Das Backen von köstlichen Stollen gehört nach Angaben von Georg Sangermann, Obermeister der Bäckerinnung Westfalen-Süd, zur Königsdisziplin der Weihnachtsbäckerei. „In diesem Jahr ist alles anders. Es ist schade, dass die Stollenprüfung nicht mit Publikumsverkehr stattfinden konnte, denn der Austausch mit den Kunden ist für uns Innungsbäcker auch immer wertvoll. Nichts desto trotz möchten wir auch in diesem Jahr sehr guten Geschmack und hervorragende Qualität bieten. Einen leckeren Stollen kann man wunderbar zuhause genießen und es sich gemütlich machen“, so Obermeister Georg Sangermann aus Olpe-Oberveischede.


Stollen für jeden Geschmack

Die heimischen Handwerksbäcker haben für jeden Geschmack etwas zu bieten. Denn in Angebot haben die sie – im Gegensatz zu Discountern – neben dem klassischen Christstollen mit Rosinen auch viele weitere Varianten: „Es gibt rund 300 verschiedene Sorten. Ob Schoko-, Mohn- oder Mandelstollen – mit oder ohne Marzipan – der Stollenvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Ob für Kinder oder Erwachsene – für jeden Geschmack gibt es heutzutage das Richtige“, erklärt der erfahrende Stollenbäcker Georg Sangermann.

Qualitätsprüfung wichtig für höchsten Genuss

Kein Wunder, dass Qualitätsprüfer Karl-Ernst Schmalz bei dieser Vielfalt ganz genau hinschauen muss, denn zahlreiche Kriterien sind exakt zu überprüfen. Dabei spielen nicht nur Aussehen und Geschmack eine Rolle, sondern auch die Krusteneigenschaften, die Lockerung und die Struktur der feinen handwerklich hergestellten Backwaren. Eine speziell entwickelte Software zeigt mögliche Ursachen von Qualitätsmängeln an und gibt Tipps zur Verbesserung. Im Anschluss an die Prüfung werden diese Anmerkungen an die teilnehmenden Innungsbetriebe weitergegeben, um so die Qualität stetig verbessern oder weiterhin auf sehr hohem Niveau beibehalten zu können. Diese objektive Beurteilung der Produkte ist laut Obermeister Georg Sangermann sehr wichtig, denn im Bäckerhandwerk sei sehr gute Qualität stets der Anspruch, um den Kunden hervorragende Backwaren für höchsten Genuss bieten zu können. Hat ein Produkt bei der Prüfung durch Karl-Ernst Schmalz die volle Punktzahl von 100 erreicht, so wird es mit „sehr gut“ bewertet. Mit „gut“ bewertet werden Produkte, für die zwischen 90 und 100 Punkten vergeben werden konnten. Schneidet ein Produkt in drei aufeinanderfolgenden Jahren mit „sehr gut“ ab, so bekommt es die „GOLD-Auszeichnung“ für konstante Topqualität.

Die Prüfungsergebnisse der einzelnen Bäckereien können Interessierte unter www.brotinstitut.de einsehen.

v.l.n.r. Bäckermeister und Vorstandsmitglied der Bäckerinnung Westfalen-Süd Steffen Maiworm, Innungsobermeister Georg Sangermann, Qualitätsprüfer Karl-Ernst Schmalz und der stv. Obermeister Wilhelm Voßhagen in der Bäckerfachschule in Olpe.

Text und Foto(s): © TEXTWERK ATTENDORN, Rebecca Dalhoff, Attendorn